Hermann Hesse - Unterm Rad

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Hermann Karl Hesse 1877 2. Juli: Hermann Hesse wird in Calw geboren. 1891 Aufnahme in das evangelische Klosterseminar Maulbronn. (Sieben Monate später flieht er) 1893 Kurz nach dem Bestehen des Einjährigen-Examens (Mittlere Reife) verlässt er das Cannstatter Gymnasium. 1895 Schließt Lehre als Turmuhrenmechaniker ab und beginnt eine zweite als Buchhändler in Tübingen. 1898 Hesses erste Lyriksammlung "Romantische Lieder" erscheint. 1899 Hesse veröffentlicht Prosastücke unter dem Titel "Eine Stunde hinter Mitternacht". 1899-1903 Er arbeitet als Buchhändler und Antiquar in Basel. 1904 Der literarische Durchbruch gelingt ihm mit dem zivilisationskritischen Entwicklungsroman "Peter Camenzind". Er heiratet die Basler Photographin Maria Bernoulli. Aus der Ehe gehen drei Söhne hervor. 1904-1912 Hesse lebt als freier Schriftsteller mit seiner Familie in einem Bauernhaus in Gaienhofen am Bodensee. 1906 In der Erzählung "Unterm Rad" verarbeitet er eigene Schulerfahrungen und Jugendkrisen. 1907-1912 Zusammen mit Albert Langen (1869-1909), Ludwig Thoma (1867-1921) u. a. gibt Hesse die linksliberale Zeitschrift "März" heraus. Er betreut den belletristischen Teil. 1911 Hesse bereist mehrere Monate Ceylon, Singapur und Sumatra, die Wirkungsstätten seines in der Mission tätigen Vaters wie seines Großvaters. Seine Hoffnung auf spirituell-religiöse Inspiration erfüllt diese Reise nach eigener Aussage nicht, dennoch wirkt sie auf sein weiteres literarisches Werk. 1912 Übersiedlung mit der Familie nach Bern. 1914 Bei Beginn des Ersten Weltkriegs meldet Hesse sich freiwillig zum Militärdienst für das Deutsche Reich. Er wird jedoch aufgrund seiner hochgradigen Kurzsichtigkeit für felddienstuntauglich erklärt. Daraufhin arbeitet er in der Kriegsgefangenenfürsorge. Unter dem Eindruck dieser Tätigkeit spricht er sich öffentlich gegen patriotische Kriegsdichtung aus und wird deshalb von rechtsstehenden Publizisten zum Vaterlandsverräter erklärt. Daraufhin reift bei Hesse der Entschluss heran, sich um die schweizerische Staatsbürgerschaft zu bemühen. ab 1916 Der Tod seines Vaters, eine schwere Erkrankung seines Sohnes Martin, die ausbrechende Schizophrenie seiner Ehefrau und nicht zuletzt die Enttäuschung über das politische Versagen vieler Künstler und Intellektueller angesichts des Kriegs führen Hesse in eine tiefe Krise. Er unterzieht sich daraufhin einer Psychoanalyse bei einem Schüler von Carl Gustav Jung. Diese Erfahrungen fließen in den Roman "Demian" ein. ab 1919 Hesse übersiedelt ohne seine Familie nach Montagnola im Tessin, wo er den Rest seines Lebens verbringt. In zahlreichen Publikationen und in Antworten auf Leserbriefe wendet sich Hesse an die deutsche Jugend in der Hoffnung, Deutschland geistig zu erneuern und einen weiteren Krieg zu verhindern. 1922 Der Roman "Siddharta" erscheint. 1923 Hesse erhält die schweizerische Staatsbürgerschaft. Scheidung von seiner Frau. 1924 Ehe mit Ruth Wenger. Die Verbindung wird 1927 geschieden. 1926 Hesse wird in die Preußische Akademie der Künste gewählt. 1927 Der Roman "Steppenwolf" wird veröffentlicht. 1930 Der Roman "Narziß und Goldmund" erscheint. 1931 Heirat mit der Kunsthistorikerin Ninon Dolbin (geb. Ausländer). Beginn der Arbeit am "Glasperlenspiel". Austritt aus der Preußischen Akademie der Künste aus politischen Gründen. 1933-1945 Obwohl Hesse keine politischen Aufrufe unterzeichnet, läßt er in seinen Privatbriefen und literarischen Kritiken keinen Zweifel an seiner Ablehnung des NS-Regimes. Er dient zahlreichen Künstlern, die aus Deutschland fliehen, als erste Anlaufstation. 1942 Er gibt sein lyrisches Werk gesammelt heraus. ab 1943 Nach dem Erscheinen des "Glasperlenspiels" zieht sich Hesse aufgrund seines schlechter werdenden Gesundheitszustandes, vor allem wegen seiner zunehmenden Sehschwäche, weitgehend aus dem literarischen Leben zurück. 1946 Hesse erhält den Goethe-Preis der Stadt Frankfurt/Main. Er wird für sein Lebenswerk mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet. 1947 Ihm wird die Ehrendoktorwürde der Universität Bern verliehen. 1955 Hesse erhält den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. 1962 9. August: Hermann Hesse stirbt in Montagnola.



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